NationalparkZentrum Kellerwald

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Licher Fotopreis „Mensch und Natur“

Vernissage der Ausstellung
am Mittwoch, den 22. Juli 2009, um 17.00 Uhr
im NationalparkZentrum Kellerwald
Ausstellung vom 22.7.-17.8.2009

14.07.2009 - 11:56 Uhr
Zum ersten Mal im Nationalpark: Licher Fotowettbewerb „Mensch und Natur“

Vöhl-Herzhausen, den 13. Juli 2009 – Mitten in der Natur einen Blick auf die Natur werfen: im NationalparkZentrum Kellerwald ist erstmals die Licher Fotopreis-Ausstellung „Mensch und Natur“ zu sehen. Bis zum 17. August machen die 46 ausgewählten und die vier prämierten Motive aus 2008 Station. Eröffnet wird die Ausstellung am 22. Juli um 17 Uhr von Nationalparkleiter Manfred Bauer, der Leiterin des NationalparkZentrums Katrin Schneider, Günther Osterloh, Fotopreis-Juryvorsitzender, sowie Jurymitglied und Licher Pressesprecherin Sibylle Trautmann. Die Eröffnung ist öffentlich.

In diesem Jahr wartet der Licher Fotopreis dabei gleich mit zwei Neuigkeiten auf: Zum einen stellen 1.666 eingesandte Fotos einen neuen Motivrekord auf. Zum anderen gibt es einen weiteren Preisstifter – die Stiftung Hessischer Naturschutz. Sie lobt den neuen Sonderpreis „Natur in Hessen“ aus und stellt dafür 750 Euro zur Verfügung.
„Der Fotowettbewerb wird damit noch ein Stück hessischer und es freut uns sehr, dass jetzt neben der Wetzlarer Naturschutz-Akademie Hessen noch eine hessische Naturschutzorganisation zur Sponsorengruppe gehört“, sagt Günter Osterloh, ehemaliger Leiter der Leica Akademie. Auch für die Auszeichnung mit dem neuen Sonderpreis gilt die Bedingung, dass das Foto nicht bloße Natur abbilden darf, sondern den Einfluss sichtbar machen muss, den Mensch und Natur aufeinander haben. 

Die vier Preisträger und ihre Fotos

Der neue Sonderpreis für das Foto „Mein Freund Baum“ ging an Birte Demant. Die Künstlerin lebt im hessischen Gladenbach und hat die ungewöhnliche Eiche in diesem Sommer bei Weitershausen im Landkreis Marburg-Biedenkopf fotografiert. Sie erhielt hierfür einen Scheck in Höhe von 750 Euro von der Stiftung Hessischer Naturschutz. Die Jury hatte das formal wie technisch gelungene Bild ausgewählt, weil es den Kontrast zwischen Natur und Kultur sofort ins Auge springen lasse und Gegensätzliches vereine. Der ausgemauerte Baum verdeutliche, mit welchen Ideen und Mühen der Mensch versuche, Natur zu erhalten – zum Beispiel mit handwerklichen Mitteln und durchaus erfolgreich.
Das Siegermotiv 2008 trägt den Titel „Fischer mit Senknetz“ und stammt von Jörg Böthling. Der Fotojournalist aus Hamburg erhielt hierfür den mit 5.000 Euro dotierten Hauptpreis der Licher Privatbrauerei. Wer den Wettbewerb verfolgt, wird sich an Jörg Böthling erinnern: Er hatte 2005 den dritten Preis gewonnen.

Es war nicht das erste Mal, dass die Juroren nach der Auswahl aus den Einsendungen auf einen „alten Bekannten“ trafen. Das aktuelle Siegerfoto entstand Ende vergangenen Jahres in Bangladesch. Die Jury war von der ruhigen Anmutung und scherenschnittartigen Ästhetik der Aufnahme fasziniert. Dennoch erzeugten der asymmetrische Bildaufbau und die Spiegelungen auf der Wasseroberfläche eine Spannung, die den Betrachter nicht mehr loslasse. Man sehe einen Menschen, der mit einfachen Mitteln die Natur zu nutzen wisse, aber nicht ausbeute – in diesem Fall ein Feld, das in der Monsunzeit überschwemmt und dann von Fischen besiedelt wird.

Den 2. Preis bekam Bernd Uhde aus Bienenbüttel für seine Luftaufnahme „Basic“. Der Künstler, Fotograf und Filmemacher nahm den Sachpreis im Wert von 2.500 Euro entgegen, gestiftet von der Leica Camera AG. Bei einer Fahrt im Heißluftballon über Mallorca erkannte Bernd Uhde in diesem Haus mit Gemüsegarten und Bassin alles Wesentliche, was der Mensch für ein sesshaftes Leben brauche: Erde, Wasser und ein Dach über dem Kopf. Das Foto, aufgenommen im Sommer 2007, beeindruckte die Jury durch die streng graphische Bildgestaltung, die wie eine seitenverkehrte Postkarte mit Briefmarke, Adressfeld und Zeilen wirke. Die Aufnahme vermittle auf ästhetische Weise einen Eindruck von naturnaher Lebensweise des Menschen.
Der 3. Preis ging an Florian Selig aus Berlin für sein Foto „Airport". Der Fotodesigner entdeckte sein Motiv auf einer Reise durch Südafrika Anfang des Jahres und konnte die Szene gerade noch rechtzeitig mit der Kamera einfangen – zwei Sekunden später entschied sich der Vogel zum Abflug. Farmer oder Flying Doctors nutzen in der Steppe angelegte Flugplätze für die Versorgung mit Proviant oder für medizinische Einsätze. Die Naturschutz-Akademie Hessen (NAH) stiftetet hierfür ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro. Ein gelungenes Bild voller Witz, so die Begründung der Jury, das den Eingriffen des Menschen in die Wildnis durch den Stacheldraht eine dramatische Symbolik verleihe, betont durch die dunklen Wolken und den Lichteinfall.
Hessen-Schau mit 50 Motiven
Die insgesamt 50 Bilder befinden sich auf der traditionellen Fotopreis-Wanderausstellung durch Hessen. Die nächsten Stationen und Termine sind auf der Licher Website www.licher.de veröffentlicht. Neben Kassel und Frankfurt, gehört auch Wetzlar, der Hessenpark und erstmals der Nationalpark Kellerwald-Edersee zu den Ausstellungsorten.
Seit 1995 regt der Wettbewerb Hobby- und Profifotografen im In- und Ausland zur Motivsuche an. Jeder kann maximal drei Fotos einschicken. In diesem Jahr kamen von den insgesamt 669 Teilnehmern 641 aus Deutschland – 166 davon aus Hessen; 28 Fotografen schickten ihre Werke aus dem Ausland nach Lich. Wer mitmachen möchte, kann die Wettbewerbsunterlagen für „Mensch und Natur 2009“ ab sofort bei Licher, Telefon 06404/ 820 oder über die Website/Rubrik Naturerlebnis anfordern. Einsendeschluss für die Fotos ist der 15. September 2009; es gilt das Datum auf dem Poststempel.
Für vier Wochen ist die Fotoausstellung nun in Hessens einzigem NationalparkZentrum zu bewundern. Ausgestellt werden die Bilder im Foyer und im SeminarRaum des innovativen Erlebniszentrums, in diesem Bereich ist der Eintritt frei. Geöffnet ist täglich von 9-18 Uhr.