NationalparkZentrum Kellerwald

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Paderborner Museumskoffer zu Gast in der Weltnaturerbestätte Nationalpark Kellerwald-Edersee

Die Museumskoffer werden vom 10. Oktober bis zum 26. November 2011 im NationalparkZentrum Kellerwald in Vöhl-Herzhausen präsentiert.

15.10.2011 - 15:42 Uhr
Bad Wildungen./ Vöhl-Herzhausen. Wie lässt sich das UNESCO-Weltnaturerbe „Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands“ so anschaulich vermitteln, dass möglichst viele Zielgruppen für dessen Schönheit und Bedeutung sowie seinen Schutz und Erhalt sensibilisiert werden können? Diese Frage haben sich die Lehramtsstudierenden des Faches Kunst der Universität Paderborn gestellt und zum Nationalpark Kellerwald-Edersee, einem Teilgebiet der transnationalen Weltnaturerbestätte, den so genannten „Museumskoffer“ entwickelt. Diese transportablen „Museen im Kleinen“ verstehen sich als Botschaftsmedium des Welterbegedankens, die den hessischen Nationalpark mit allen Sinnen erfahrbar machen. Sie werden vom 10. Oktober bis zum 26. November 2011 unter dem Titel: „Museumskoffer. Der Kellerwald und das Erbe der UNESCO“ im NationalparkZentrum Kellerwald in Vöhl-Herzhausen präsentiert.

Zu sehen sind fünfzehn Koffer, die den Buchenwald wie auch die nordhessische Region Kellerwald-Edersee allgemein in ihrer Einzigartigkeit, Vielfalt und Mystik kunst- und kulturgeschichtlich wie auch biologisch und ökonomisch betrachten. Zugleich werden auch Fragen nach Umwelt- und Naturschutz aufgeworfen. Dabei werden die einzelnen Themenbereiche durch künstlerische und handwerkliche Zugänge sowie konkrete Objekte und Sammlungen so aufbereitet, dass sie alle Sinne ansprechen und zu einem Dialog anregen. Das Anfassen und Ausprobieren ist dabei ausdrücklich erlaubt und löst eine generationenübergreifende Begeisterung aus. Die inhaltliche Spannbreite reicht von Koffern zum Wald als Lebensraum für Flora und Fauna über den Forst als Arbeitsplatz bis hin zum Holz als Roh- und Werkstoff.

So hat sich Sabrina Zimmermann beispielsweise in ihrem Koffer mit Wald- und Naturdarstellungen in der Kunst- und Literatur der Romantik auseinandergesetzt und dazu einen Koffer entwickelt, in dem sich ein ganzer Fundus an Anschauungsmaterialien und Schriftstücken befindet, um die Tier- und Pflanzenwelt literarisch einzufangen oder in Studien malerisch festzuhalten.
Der Koffer von Oxana Buk wartet demgegenüber mit einer selbst gestalteten Pilzsammlung auf, welche die Bestimmung der einzelnen Arten erleichtern soll und gleichzeitig zahlreiche kreative Herangehensweisen bietet, um sich durch entdeckendes und exemplarisches Lernen mit dieser faszinierenden Lebensform zu beschäftigen.

Die Ausstellung ist das erste Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen dem im Fach Kunst der Universität Paderborn angesiedelten Lehr- und Forschungsbereich der World Heritage Education von Frau Prof. Dr. Jutta Ströter-Bender und Jutta Seuring, der Sachgebietsleiterin für Kommunikation, Bildung und Naturerleben im Nationalparkamt Kellerwald-Edersee.


Andreas Felmig (Tutor, Stabkirchenkoffer), Oxana Buk (Pilzkoffer), Sabrina Zimmermann (Tutorin, Dürer und Waldtiere-Koffer),
Johanna Tewes (wissenschaftliche Mitarbeiterin) und Prof. Dr. Jutta Ströter-Bender

Nach der offiziellen Eröffnung am vergangenen Sonntag, den 09. Oktober 2011, zeigten sich die beiden Initiatorinnen sichtlich begeistert über die gelungene Ausstellung und freuen sich auf die zukünftig anstehenden Kooperationsprojekte, in die auch regionale Schulen mit einbezogen werden sollen: „Es ist beeindruckend zu sehen, wie viele verschiedene Sichtweisen und Vermittlungszugänge die Studierenden in ihren Koffern rund um den Kellerwald entwickelt haben und wie tief sie dabei in die Thematik eingestiegen sind“, führt Jutta Seuring aus. Der Ausstellung war zuvor eine Exkursion in den Nationalpark vorausgegangen, in der die Lehramtsstudierenden selbst eine intensive Begegnung mit dem Naturerbe erfahren haben: „Der Kellerwald ist ein ganz besonderer Erlebnisort, der die Studierenden auf eindringliche Weise individuell ergriffen und geprägt hat. Diese vielschichtigen Erfahrungen haben sie nun in ihren Museumskoffern verarbeitet und für den Einsatz in der schulischen und museumspädagogischen Bildungsarbeit didaktisch umgesetzt“, erklärt Prof. Dr. Jutta Ströter-Bender ergänzend.

Autor:
Institut Kunst/Musik/Textil, Universität  Paderborn

Weiterführende Informationen sind online im Museumskoffer-Archiv unter: http://www.upb.de/museumskoffer zu finden.