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01.06.2022

UNESCO-Welterbetag wird von Krieg in der Ukraine überschattet

Erstes Gründungsmitglied des Buchenwälder-Weltnaturerbes steht unter Beschuss – Nationalpark zeigt Solidarität und hilft

Bad Wildungen. Während sich der UNESCO-Welterbetag am 5. Juni jährt, sind die Gedanken der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Nationalparks Kellerwald-Edersee ganz besonders bei den Menschen in der Ukraine.

 

Die Ukraine hat gemeinsam mit der Slowakei 2007 den Grundstein für das UNESCO-Weltnaturerbe der europäischen Buchenwälder gelegt. 2011 durften sich unser hessischer Nationalpark sowie weitere deutsche Buchenwaldgebiete als Welterbestätten anschließen. Nun sind die ukrainischen Urwälder bedroht. Doch nicht nur sie: Während die Nationalparkmitarbeiterinnen und -mitarbeiter ihrer regulären Arbeit im und für das Schutzgebiet nachgehen, herrscht in der Ukraine Krieg. „Was derzeit in der Ukraine passiert, können wir nicht fassen. Wir sind tief besorgt um unsere Kolleginnen und Kollegen sowie um die gesamte Bevölkerung und drücken unsere Solidarität aus", sagt Nationalparkleiter Manuel Schweiger. „Ohne die Initiatoren Ukraine und Slowakei gäbe es unser UNESCO-Weltnaturerbe vielleicht nicht und gerade in dieser beängstigenden Zeit ist es wichtig, dass wir als Europäische Buchenwaldfamilie zusammenstehen."
Koordiniert durch die Zoologische Gesellschaft Frankfurt unterstützen die Nationalparkverwaltung in Bad Wildungen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Hilfe für Kolleginnen und Kollegen aus den ukrainischen Schutzgebieten. Erst vor zwei Wochen ist eine Mitarbeiterin des ukrainischen Schutzgebietes Tuzlovsky Limani bei Odessa mit ihrer Schwester und ihren Kindern bei einem Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung untergekommen. „Der Kontakt zwischen den Schutzgebietsverwaltungen ist da und Hilfe kann in vielen Fällen unbürokratisch und direkt hergestellt werden. So können wir zumindest einen kleinen Beitrag leisten", stellt Manuel Schweiger fest.

 

Wer den UNESCO-Welterbetag zum Anlass nehme möchte, um das hiesige Weltnaturerbe zu erkunden, hat dazu am Sonntag, 5. Juni, bei einer geführten Rangerwanderung die Möglichkeit. Nationalpark-Ranger Markus Daume lädt zu der kostenfreien, dreistündigen Wanderung ein und wird die Entwicklung vom einstigen Erscheinungsbild Europas bis zu den heutigen Buchenwäldern, die weltweit einzigartig sind, aufzeigen. Treffpunkt ist um 13:00 Uhr am Nationalpark-Eingang Himmelsbreite bei Vöhl-Harbshausen. Interessierte, die mit dem ÖPNV anreisen, steigen am Nationalparkbahnhof oder an der Haltestelle Vöhl-Harbshausen aus und beachten den Fußweg zum Treffpunkt. Teilnehmerinnen und Teilnehmer denken bitte an festes Schuhwerk, wetterangepasste Kleidung und Rucksackverpflegung für kleine Pausen unterwegs.

 

Hintergrundinformationen
Gemeinsam mit der Slowakei hat die Ukraine im Jahr 2007 das UNESCO-Weltnaturerbe gegründet – unter dem Namen „Buchenurwälder der Karpaten". Am 25. Juni 2011 kamen die „Alten Buchenwälder Deutschlands" hinzu. Das Welterbe umfasst ausgewählte Bereiche der Nationalparks Jasmund und Müritz (Mecklenburg-Vorpommern), des Nationalparks Hainich (Thüringen), das Waldgebiet Grumsin im brandenburgischen UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und eben besonders wertvolle Bereiche des hessischen Nationalparks Kellerwald-Edersee. Diese Gebiete bilden die unterschiedlichen Buchenwaldtypen Deutschlands ab – von den Mittelgebirgen bis zur Küste. Außerdem beherbergen sie zusammen mehr als zwei Drittel der Waldpflanzenarten, deren Weltverbreitung auf Europa konzentriert ist. Anfang Juli 2017 wurde in Krakau das bestehende transnationale Weltnaturerbe „Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands" erneut erweitert – um 63 Buchenwälder in 10 Ländern. Im vergangenen Jahr kamen weitere Länder mit ihren schützenswerten Buchenwäldern hinzu. Mit derzeit 94 Teilstätten in 56 Schutzgebieten und 18 europäischen Ländern zählen die „Alten Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas" zum größten seriellen, transnationalen UNESCO-Weltnaturerbe weltweit. Die Fläche umfasst insgesamt 98.089 Hektar.


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