| | |


NationalparkZentrum Kellerwald
Boggel


Zum Inhalt

01.10.2008

„FreiRaum“ - Mathematische Wildniskunst im NationalparkZentrum

Bis 23. Dezember 2008 sind seine Bilder sowie eine Multimedia-Installation im NationalparkZentrum zu sehen.

Norbert Strippel verbindet künstlerisch den Urwaldsteig Edersee und die Mathematik. Computer und Airbrush sind hierfür seine wichtigsten Werkzeuge.


Herzhausen. Die Ausstellung im NationalparkZentrum verbindet Natur und Technik auf spannende Weise miteinander. Eine ähnliche Verbindung geht Norbert Strippel aus Löhlbach in seinen Werken ein. Für die Ausstellung „FreiRaum – Der Urwaldsteig im Nationalpark Kellerwald“ hat er Bilder des Urwaldsteigs mit Computer und Airbrush-Technik weiter bearbeitet. „Mithilfe der digitalen Kunst offenbare ich, was unseren Blicken sonst häufig verborgen bleibt: das Unsichtbare hinter dem Sichtbaren, die Ordnung hinter dem Chaos, das Zeitlose in Raum und Zeit.“, beschreibt der Künstler seine Bilder. „Art goes Mathematics“ hat er seine eigens entwickelte Serie genannt – Computergrafik im Spannungsfeld von Wissenschaft und Kunst. Bis kurz vor Weihnachten sind seine Bilder im SeminarRaum des NationalparkZentrums zu sehen, zusätzlich läuft drei Mal täglich um 11:00, 14:00 und 17:00 Uhr eine Multimedia-Installation seiner Bilder im SinneKino.
Schon während seines Studium der Elektrotechnik in den 1980er Jahren kam dem heute 44jährigen die Idee, Mathematik grafisch statt in Formeln darzustellen. So entstand die Idee, Mathematik künstlerisch zu verarbeiten. Zentrales Element der Kunstwerke ist die Sichtbarmachung von unterschiedlichsten mathematischen (arithmetischen, geometrischen, trigonometrischen etc.) Reihen, die in verschiedensten Algorithmen verknüpft werden. Mathematik und alles, was sich dahinter verbirgt, wird also wie mit einem digitalen Mikroskop sichtbar gemacht. Für die Ausstellung „FreiRaum – Der Urwaldsteig im Nationalpark Kellerwald“ verbindet Norbert Strippel in seiner Arbeit zum ersten Mal fotografische Elemente mit mathematischen. Den Urwaldsteig künstlerisch zu verarbeiten lag für den Löhlbacher nahe. „Ich bin naturverbunden im Kellerwald aufgewachsen, und ich finde die Region um den  Edersee wunderschön.“, sagt er. Dass Norbert Strippel von der Schönheit des Urwaldsteigs inspiriert wurde, passt zum NationalparkZentrum besonders gut. Denn für das NationalparkZentrum ist die künstlerische Auseinandersetzung mit Natur, vor allem der wilden und eigensinnigen eines Nationalparks, ein ganz zentraler Punkt in Ausstellung, Veranstaltungen und Bildungsarbeit.
Mit der Ausstellung „FreiRaum“ Norbert Strippels findet nun schon die dritte Kunstausstellung im NationalparkZentrum Kellerwald statt. Von Juni bis August stellte Angelika Tonner aus Bad Wildungen ihre Kunstwerke aus, im Anschluss war das NationalparkZentrum einer der vier Ausstellungsorte des internationalen Kunstprojekts „bewegter wind“.  Auch im Rahmen diese Projektes wurde schon das 4D-Kino für Videoinstallationen genutzt – und für das Windkunstprojekt zum WindKino.
Katrin Schneider, Leiterin des NationalparkZentrums, freut sich über die Sonderausstellungen im NationalparkZentrum. „Wildnis und Kunst scheint auf den ersten Blick ein Widerspruch zu sein. Dabei inspirieren Natur und Wildnis Künstler von jeher, und Kunst kann wiederum viele verschiedene Zugänge zu Natur und Wildnis ermöglichen.“ Aus ihrer Sicht lassen sich Natur und Kultur gar nicht voneinander trennen. „Wir Menschen sind alle kulturell geprägt und in allem, was wir tun, kulturschaffend. Wir können diese Brille der eigenen Kultur gar nicht ablegen, haben sie also auch auf, wenn wir uns der Natur und dem Thema Wildnis nähern.“


Zurück zur Übersicht