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NationalparkZentrum Kellerwald
Boggel


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30.05.2013

9. Nationalparkfest am 9. Welterbetag

Das Nationalparkfest wird am Sonntag, den 2. Juni, von 10:00 bis 18:00 Uhr am Fischhaus Banfe in Bringhausen und am Fahrentriesch in Altenlotheim gefeiert.

Das Nationalparkfest wird am Sonntag, den 2. Juni, von 10:00 bis 18:00 Uhr am Fischhaus Banfe in Bringhausen und am Fahrentriesch in Altenlotheim gefeiert. Im Mittelpunkt der abwechslungsreichen Aktionen stehen die Weltnaturerbeflächen des Nationalparks Kellerwald-Edersee, weil das Fest mit dem 9. Welterbetag zusammenfällt, der jedes Jahr am 1. Sonntag im Juni begangen wird.

Für die geführten Wanderungen und Fahrradtouren ist keine Anmeldung erforderlich. Besucher können an allen Veranstaltungen kostenfrei teilnehmen. Lediglich für die Kutschfahrt zum Fahrentriesch wird ein geringer Kostenbeitrag pro Person und Fahrt erhoben. Für das leibliche Wohl wird selbstverständlich gesorgt, das Angebot reicht von herzhaften regionalen Speisen bis hin zu Kaffee und Kuchen. Ein ausführliches Programm finden Interessierte unter www.nationalpark-kellerwald-edersee.de.

Gegen 13:00 Uhr wird Staatssekretär Mark Weinmeister vom Hessischen Umweltministerium das Fest am Fahrentriesch offiziell eröffnen und sich an Mitmachaktionen wie der Lämmertaufe oder dem Weltnaturerbe-Quiz beteiligen. „Ich hoffe, dass viele Bürger diesen Tag nutzen werden, und auf den geführten Touren oder auch selbstständig den Nationalpark Kellerwald-Edersee genauer zu erkunden. Hier gibt es zum Beispiel gänzlich unberührte Natur, 18 verschiedene Fledermausarten und Pflanzen aus der Eiszeit zu entdecken“, so Mark Weinmeister.

Besucher können auf eigene Faust mit der Fähre, dem Fahrrad, der Kutsche oder zu Fuß die Veranstaltungsorte im Nationalpark aufsuchen. Die Kutschen vom Nationalpark-Partner Ralf Finke pendeln zu jeder vollen Stunde vom Wanderparkplatz Altenlotheim zum Fahrentriesch und bringen die Gäste in 20 Minuten ganz bequem zu den wolligen Naturschützern, den Heidschnucken mit ihren Lämmern. Zum Fischhaus Banfe können die Gäste z.B. die Fähre von Scheid nach Rehbach nutzen und weiter zum Veranstaltungsort wandern. Die Fähre fährt nach Bedarf ganztags zwischen 10:00 und 18:00 Uhr, eine Fahrt dauert ca. 6 Minuten. Eine Alternative zur Anreise bietet der Edersee-Radweg. Vom Wanderparkplatz Kirchweg in Bringhausen ist das Fischhaus ebenfalls gut zu erreichen. Um 13:00 Uhr startet hier die Fahrradtour mit einem Nationalpark-Führer. Die Fahrräder sind von den Teilnehmern selbst mitzubringen. Die ca. 8 km lange Tour führt vom Treffpunkt zum Sauermilchplatz, über das romantische Keßbachtal zum Fischhaus Banfe und am Edersee zurück zum Ausgangspunkt.

Am Fischhaus Banfe starten die zweistündigen Wanderungen in das UNESCO-Weltnaturerbegebiet jeweils um 11:00 und 14:00 Uhr. Bei einem spannenden Quiz zum Weltnaturerbe können Besucher tolle Preise gewinnen. Der Hauptpreis ist eine Familienjahreskarte für den WildtierPark Edersee, der zweite Preis eine Familienkarte für das NationalparkZentrum Kellerwald. Dritter bis fünfter Preis ist ein wunderschöner Bildband über das Weltnaturerbe Buchenwälder. Wer das  Quiz vollständig richtig beantworten kann, nimmt an der Gewinnverlosung teil. Für die kleineren Besucher gibt es ein besonderes Spiel zum Weltnaturerbe.
Die blühende Pfingstnelke, ein wahres Juwel im Fels, lockt zu einem gemütlichen Spaziergang zu den Hängen des Bloßenberges. Die eineinhalbstündigen Führungen zu diesem besonderen Eiszeitrelikt starten um 11:30 und 14:30 Uhr. Kinder können sich als kleine Forscher betätigen und versuchen, dem Banfebach seine Schätze oder gar Geheimnisse zu entlocken. Bei einer Schnitzeljagd gilt es verschiedene Aufgaben zu lösen. Was mögen tastende Hände in verdeckten Kisten erfühlen? Wer alles richtig errät, nimmt an einer Gewinnverlosung teil. Alle Teilnehmer erhalten außerdem eine kleine Überraschung direkt am Festtag.
Als besondere Spezialität werden geräucherte Forellen und verschiedene Wildwurstprodukte angeboten. Als kleine Souvenirs bietet die Nationalparkverwaltung eigene Produkte wie  PlüschBogge, T-shirts  und vieles mehr an. Interessierte können sich am Fischhaus kostenfrei E-Bikes und Orientierungskarten ausleihen, um mit ihnen bequem zum zweiten Festort und zurück zu radeln.

Am Fahrentriesch starten die ca. zweistündigen Wanderungen in die UNESCO-Welterbestätte des Nationalparks jeweils um 11:30 und 14:30 Uhr. Auch hier werden Weltnaturerbe-Quiz und Weltnaturerbe-Spiel angeboten. Eine wollige Attraktion sind die vierbeinigen Naturschützer. Diplombiologe Georg Schutte ist mit seinen Heidschnucken zur 4. Lämmertaufe vor Ort. Große und kleine Tierfreunde können den ganzen Tag Patenschaften für ein Lamm übernehmen.
Kinder können in einem Barfußgang testen, ob sie mit ihren Füßen genauso gut „tasten“ können wie mit ihren Händen. Als Erinnerung an das Nationalpark-fest können kleine Festbesucher Anstecker und Schlüsselanhänger mit Tiermotiven basteln. Ruth Heinemann verwandelt mit allerlei Farben, viel Fantasie und sicherem Pinselstrich Kinder in Bewohner des Nationalparks – zu Boggel, Heidschnucken oder  anderen  Wesen.                  
Als besondere Spezialität werden Schnuckenwurst- und Gulasch angeboten. Auf dem schnellsten Weg kann der Fahrentriesch vom Wanderparkplatz Altenlotheim aus erreicht werden. Eine Fahrradtour mit einem Nationalpark-Führer zum Fahrentriesch startet um 13:30  Uhr vom Wanderparkplatz Euler bei Frankenau. Die Fahrräder sind von den Teilnehmern selbst mitzubringen.
Die ca. 8 km lange Tour führt vom Treffpunkt zur Quernst-Kapelle. Über Kellerwaldsteig und Ederradweg (ER 2) geht es zum Fahrentriesch. Von dort führt die Strecke über Altenlotheim zurück zum Ausgangspunkt.

Der Handzettel zum Nationalparkfest ist unter www.nationalpark-kellerwald-edersee.de. zum Download eingestellt, ebenso wie der Nimm-mit-Plan, eine Übersichtskarte des Nationalparks mit allen Wanderparkplätzen.



Hintergrund:
Der 9. UNESCO-Welterbetag in Deutschland steht unter dem Motto „UNESCO-Welterbe erhalten und gestalten“.  Dieses Fest wird auf Initiative der Deutschen UNESCO-Kommission und des UNESCO-Welterbestätten Deutschlands e. V. seit 2005 jährlich am ersten Sonntag im Juni an allen deutschen Welterbestätten gefeiert. Im Zentrum der Veranstaltung stehen  Begegnung, Austausch und Kommunikation.  BürgerInnen sollen „ihre“ Welterbestätten und damit die Ideale der UNESCO und der Welterbe-Idee besser kennen lernen.

In Deutschland gibt es derzeit 14 Nationalparks. Als einer der jüngsten wurde der Nationalpark Kellerwald-Edersee am 1.1.2004 ausgewiesen. Der einzige Nationalpark Hessens schützt auf einer Gesamtfläche von 5.738 ha einen der größten zusammenhängenden Buchenwälder Mitteleuropas. Natur darf Natur sein. Die ausgedehnten alten Laubwälder werden nicht mehr genutzt. Hier entsteht „Wildnis von morgen“. Seit 2011 ist der Nationalpark Kellerwald-Edersee ein Teilgebiet des transnationalen UNESCO-Weltnaturerbes „Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands“.

1. Veranstaltungsort =  Fahrentriesch

Der Fahrentriesch entstand im 12. Jahrhundert, als zunächst die ansässigen Waldbauern die Nutzung der Rodungsinsel „Eschebruch“ aufgaben und die Altenlotheimer diese „Lücke“ im dichten Kellerwald nutzen, um dort ihre Schaf- und Rinderherden weiden zu lassen. Heute ziehen wieder Schafe über den Triesch, um seltene Lebensräume und ihre spezifischen und teilweise stark gefährdeten Arten zu erhalten. Eine Besonderheit sind die sog. niedrigen Borstgrasrasen mit Borstgras, Arnika und Katzenpfötchen.
Hintergründe für die Beweidung des Fahrentrieschs:
Bereits auf über 90 Prozent der Nationalparkfläche gilt das Motto „Natur Natur sein lassen“. Managementmaßnahmen beschränken sich lediglich auf die geringen verbleibenden Prozente. Triescher z. B. sind Weideflächen, die als Dauerpflegeflächen behandelt werden. Mit dem Diplombiologen und Heidschnuckenhalter Georg Schutte, der 2002 das „Schnuckenprojekt am Edersee“ gründete, hat der Nationalpark einen kompetenten Partner gefunden. Die Triescher im Nationalpark werden als besondere Kulturlandschaft erhalten und bleiben somit für Besucher erlebbar.

2. Veranstaltungsort =  Banfe

Das Fischhaus Banfe ist ein ehemaliger Fischzuchtbetrieb, der später zum Forsthaus umgebaut wurde.
Schätzungsweise mehr als 800 Quellen entspringen im Nationalpark. An der Schnittstelle von Grund- und Oberflächenwasser kommen außergewöhnliche Kleinstlebewesen zusammen: Grundwasserflohkrebs, Alpenstrudelwurm und Dunkers Quellschnecke (bei den beiden letztgenannten handelt es sich um Eiszeitrelikte).

Die Pfingstnelke ist eine nacheiszeitliche Reliktart, deren Alter bisher auf max. 10.000 Jahre vermutet wurde. Neuste Studien gehen jedoch davon aus, dass sie wahrscheinlich wesentlich älter ist. Deutschland trägt eine internationale Verantwortung für die Erhaltung der Art, da 75 % des Weltvorkommens in Deutschland wachsen. Das Bundesamt für Naturschutz bewertete die Pfingstnelke 2002 für „weltweit stark gefährdet“. Die größte hessische Gebietspopulation liegt im Nationalpark Kellerwald-Edersee. Zahlreiche überregional seltene und gefährdete Begleitarten sind die Astlose Graslilie, der Nordischer Streifenfarn oder seltene wärmeliebende Tierarten wie der Steppengrashüpfer


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