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NationalparkZentrum Kellerwald
Boggel


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01.10.2014

„An Land gehen“

Am 1. Oktober eröffnete die Sonderausstellung „An Land gehen“ der Frankenberger Künstlerin Arnhild Lensch im NationalparkZentrum Kellerwald. Die abwechslungsreiche Ausstellung um das Thema „Collage und Materialbild“ mit rund 35 faszinierenden Gemälden und Collagen ist bis zum 30. November zu sehen.

Bad Wildungen / Vöhl-Herzhausen. Am 1. Oktober eröffnete die Sonderausstellung „An Land gehen“ der Frankenberger Künstlerin Arnhild Lensch im NationalparkZentrum Kellerwald. Die abwechslungsreiche Ausstellung um das Thema „Collage und Materialbild“ mit rund 35 faszinierenden Gemälden und Collagen ist bis zum 30. November zu sehen. Aus Fundstücken am Wegesrand und Artefakten (Gebrauchsgegenstände) des menschlichen Lebens wie Holz, Schnur oder Kork entstehen in Kombination mit Papierarten und Farben neue, einheitliche Verbindungen. Dabei sind der Verwendung des Materials nur wenig Grenzen gesetzt, wie die in Edertal-Bringhausen geborene Künstlerin erläuterte. „Der richtige Blick für Material und Zusammenstellung kann aus Fundsachen ein Kunstwerk werden lassen“, sagte Arnhild Lensch.


Sie gestaltet Strukturen und Schichten auf Holz, Papier, Leinwand. Diese werden in der Technik der Collage/Assemblage freigelegt oder verborgen. Das Holzrelief kombiniert in reizvollem Kontrast organische mit geometrischen Formen. Bilder auf Leinwand zeigen die Region um Nationalpark und Edersee in immer wieder anderer Gestaltung.

In Kunst geronnene Seelenlandschaften korrespondieren mit realen Landschaften
Jutta Seuring, stellvertretende Nationalparkleiterin, freute sich sehr über diese Ausstellung: „Die Sonderausstellungen im NationalparkZentrum sind eine große Bereicherung im Angebot des Nationalparks. Ich halte es für ausgesprochen wichtig, möglichst vielfältige Zugänge zum Thema Natur, Nationalpark und Region zu ermöglichen. Einen ganz wichtigen Zugang stellt hierbei die Kunst dar“, führte Jutta Seuring aus. „Insbesondere wenn wir mit Künstlerinnen und Künstlern aus der Region zusammen arbeiten, die diese künstlerisch in Szene setzen, hat dies darüber hinaus noch einen ganz besonderen Wert.“
Abbildungsbeschreibung: Kunstwerk von Arnhild Lensch
Die Zerstörung der Sperrmauer. Bildautor: Arnhild Lensch


Zur Vernissage „An Land gehen“ gestaltete Geigerin Adelheid Neumann den musikalischen Rahmen; in der Mitte die Künstlerin Arnhild Lensch, neben ihr Jutta Seuring, stellvertretende Nationalparkleiterin. Die Ausstellung „An Land gehen“ ist vom 1.10. bis Sonntag, 30. November zu sehen.
Nationalpark Kellerwald-Edersee Arnhild Lensch


Abbildungsbeschreibung: Kunstwerk von Arnhild Lensch
Die Zerstörung der Sperrmauer. Bildautor: Arnhild Lensch


I. – Wasser erobert das Land
Die Ausstellung besteht aus drei verschiedenen Serien mit regionalem Bezug. Sie ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie abwechslungsreich das Thema „Collage und Materialbild“ sein kann.
In der Reihe „Wasser erobert das Land“ widmet Arnhild Lensch dem Edersee einen Schwerpunkt mit Material-Bildern auf Leinwand. Sie zeigt zum Beispiel in dem Werk „Die Zerstörung der Sperrmauer“ die Kraft des Wassers; die Folgen lassen sich erahnen und spielen sich in der Fantasie des Betrachters ab. „Die Serie enthält Edersee-Motive, aktuell auch zum Jubiläumsjahr „100 Jahre Edersee“ in naturalistischer und abstrahierter Form“, legte Arnhild Lensch dar. Zu sehen sind Strukturen in Gips, Modelliermasse, Sand und Papier, zumeist übermalt mit Ölfarben: Der See mit wenig Wasser, die alten Grabplatten, die gebrochene und zerstörte Sperrmauer, oder „Das Wasser erobert die Landschaft“ in Erinnerung an die Überflutungen der Dörfer.

II. – Die Dreidimensionalität: Das Holzbild
Eine andere Serie „Holzrelief“ stellt das vielfältige Material Holz dar. Hier finden Holzabfälle vom Schreinern, Reste alter Möbel und organische, in der Natur gesammelte Formen, wie Zweige, Rinden, Aststücke Verwendung. Dabei gibt es auch ungewöhnliche Hintergründe als Ausgangsbasis für das Relief: Dreiecke, Rauten, Fünfecke oder schmale, lange, säulenähnliche Formate. „Bei der Arbeit an dieser Serie entdeckte ich den Kontrast von geometrischen und organischen Formen und versuchte diese in ein Verhältnis zueinander zu stellen“, erklärte Arnhild Lensch ihre Vorgehensweise. Die meisten Teile wurden mit Öl- oder Lackfarben übermalt, und so darf das Auge auf Entdeckungsreise gehen.
Sinkende Häuser Architekt und Seelenlandschaft. Bildautor: Arnhild Lensch Abbildungsbeschreibung: Kunswerk von Arnhild LenschSinkende Häuser Architekt und Seelenlandschaft. Bildautor: Arnhild Lensch


Künstlerin Arnhild Lensch las aus eigenen Texten und ist eingerahmt von zwei ihrer Bilder: „Die Jugend und „Ihre Majestät, die Baumrinde“ (v. l.).
Bildautor: Nationalpark Kellerwald-Edersee

III. – Zeichnungen
Die dritte Serie dieser Sonderausstellung im NationalparkZentrum beinhaltet kleinformatige Landschafts- und Tierzeichnungen. Sie ergänzen die beiden anderen Aspekte der Ausstellung, zeigen sie doch die lokale Umgebung und einige ihrer Tiere aus dem WildtierPark, wie zum Beispiel den Wisent, das Pferd, die Eule oder den Steinbock. Der Mensch bleibt hier in der Rolle des Bildbetrachters, im Mittelpunkt steht das Tier –, diese Sichtweise wurde auch in den Gedichten deutlich, die zur Eröffnung gelesen wurden.


Bild und Text bilden eine Einheit
Abgerundet wurde die Eröffnungsveranstaltung von der in Frankenberg lebenden Künstlerin mit Rezitationen aus eigenen Texten. Viele bilden thematisch mit der Ausstellung eine Einheit: „An Land gehen“, der Titel eines Bildes und eines Gedichtes, wurde zugleich auch als Motto für die Ausstellung gewählt. Diese Wahl hat thematisch vor allem mit dem ersten Bilderzyklus rund um den Edersee zu tun. Land und Wasser werden immer wieder in eine Beziehung zueinander gesetzt, wobei die Sehnsucht bleibt, den See in seinem Wandel der Jahreszeiten zu begreifen. „Fremd? Der Landschaft zugehörig?“, diese Fragen bleiben für den Betrachter zu beantworten.

Hintergrund zu Arnhild Lensch:
Die Künstlerin ist in Edertal-Bringhausen geboren und lebt und arbeitet in Frankenberg. Sie arbeitet mit regionalem und überregionalem Hintergrund als bildende und literarische Künstlerin. Zur Homepage: www.arnhild-lensch.de.


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