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NationalparkZentrum Kellerwald
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02.04.2015

Nach Sturm Niklas: Versteckte Gefahr im Wald – Besucher des Nationalparks Kellerwald-Edersee werden um erhöhte Aufmerksamkeit gebeten

Bad Wildungen. Durch Sturm Niklas kam es vom 31. März auf den 1. April auch im Nationalpark Kellerwald-Edersee zu örtlich stark begrenzten Windwürfen. Für Erholungssuchende kommt es jedoch zu keinen Einschränkungen. Der einzige hessische Nationalpark kann über die Osterfeiertage weiterhin betreten werden. Die Nationalparkverwaltung bittet Wanderer und Radfahrer jedoch, bei ihren Touren auf möglicherweise herabfallende Äste zu achten.


Sturm Niklas hat auch die hessischen Wälder kräftig „durchgeschüttelt“. Die Windböen erreichten teilweise Orkanstärke und stellten die Stabilität des Waldes auf die Probe. Es ist zu Schäden gekommen, die lokal sehr unterschiedlich ausgefallen sind und derzeit genauer erfasst werden. Insgesamt hat der Wald Sturm Niklas standgehalten.

„Im Nationalpark Kellerwald-Edersee kam es nur zu einer relativ geringen Anzahl umgestürzter Bäume. Wo einzelne Baumstämme Rad-und Wanderwege im Schutzgebiet versperren oder Besucher direkt gefährden könnten, werden unsere Ranger diese Behinderung bzw. potentielle Gefährdung voraussichtlich bereits im Laufe des heutigen Tages beheben können. Ein Osterspaziergang im Nationalpark ist daher nach wie vor möglich. Eine besondere Gefahr besteht jedoch jetzt durch abgebrochene Äste, die in den Baumkronen hängengeblieben
sind. Diese können auch bei leichtem Wind herabstürzen und Verletzungen verursachen. In den nächsten Tagen sollten Nationalparkbesucher deshalb besonders aufmerksam und vorsichtig sein“, so Nationalparkleiter Manfred Bauer.

Mit gefallenen Baumriesen wird im Nationalpark Kellerwald-Edersee anders umgegangen als in den sog. Wirtschaftswäldern. Die Baumstämme werden vom Menschen nicht mehr genutzt. Sie bleiben auf der Fläche liegen und sind ein Bestandteil eines wilder werdenden Waldes.

Die Nationalparkverwaltung Kellerwald-Edersee sieht in den Sturmereignissen auch eine Chance. Aufgrund der veränderten Licht- und Windverhältnisse werden biologische Prozesse im Boden und der Vegetation angestoßen, die zu höherer Strukturvielfalt und größerem Artenreichtum auf der gesamten Nationalparkfläche führen. Lebewesen, die auf absterbendes und sich zersetzendes Holz angewiesen sind, können sich entfalten. In den kommenden Jahrzehnten wären zahlreiche Baumriesen aufgrund ihres natürlichen Alterungsprozesses zu Boden gefallen. Diese Dynamik tritt nach einem Sturm unerwarteter Weise früher ein. Der Sturm bedeutet für die betroffenen Waldflächen einen vorzeitigen Schritt hin zur Wildnis von morgen. Ein in kürzester Zeit von Nationalparkbesuchern angenommene Wanderpfad ist der sog. Brückengrundsteig als fester Bestandteil der Hagenstein-Route. Der Steig entstand 2010 im Nachgang an das damalige Sturmtief Xynthia vom 28. Februar. Auf dem Steig können Besucher der werdenden Wildnis hautnah begegnen und die dynamischen Prozesse der Sukzession beobachten.
Auch nach Sturm Niklas kann der Nationalpark Kellerwald-Edersee über die Osterfeiertage betreten werden. Die Nationalparkverwaltung bittet Wanderer und Radfahrer jedoch, bei ihren Touren auf möglicherweise herabfallende Äste zu achten.

Bildautor: Nationalpark Kellerwald-Edersee



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