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NationalparkZentrum Kellerwald
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21.12.2015

NationalparkZentrum Kellerwald

– mit Wolf, Luchs, Wildkatze und Uhu tierisch gut

Bad Wildungen / Vöhl-Herzhausen. Sowohl im Foyer als auch in der multimedialen Erlebnisausstellung des NationalparkZentrums Kellerwald werden weitere Tierpräparate präsentiert, um Besuchern künftig auch Wildkatze und Uhu als wichtige Leitarten des Nationalparks veranschaulichen zu können. Der Förderverein für den Nationalpark Kellerwald-Edersee e.V. übernahm die Kosten von rund 2.115 €.
 
Das Foyer sowie die Erlebnisausstellung des NationalparkZentrums Kellerwald werden um zwei Tierpräparate, Uhu und Wildkatze, erweitert. Der Förderverein für den Nationalpark Kellerwald-Edersee e.V. übernahm die Kosten von rund 2.115 €. Bildautor: Nationalpark Kellerwald-Edersee  Abbildungsbeschreibung: Präparat einer WildkatzeDas Foyer sowie die Erlebnisausstellung des NationalparkZentrums Kellerwald werden um zwei Tierpräparate, Uhu und Wildkatze, erweitert. Der Förderverein für den Nationalpark Kellerwald-Edersee e.V. übernahm die Kosten von rund 2.115 €. Bildautor: Nationalpark Kellerwald-Edersee
Die Ausstellung der Nationalparkeinrichtung wurde zuletzt um das Modul WildWesen erweitert. Dabei handelt es sich um „tierisch(gut)e“ Exponate, die modern und gleichzeitig – gemäß vielfachem Besucherwunsch –Tierarten wie Luchs und Wolf auch klassisch naturalistisch vorstellen.
Das bestehende Modul WildWechsel stellt mit der Wildkatze eine der seltensten Säugetierarten Deutschlands vor und wurde jetzt um ein entsprechendes Tierpräparat ergänzt. Es zeigt Besuchern nicht nur eine wichtige Leitart des einzigen hessischen Nationalparks, sondern ermöglicht zudem einen Größenvergleich mit Luchs und Wolf.
 
Zeitgleich wurde das Foyer des NationalparkZentrums Kellerwald um das Präparat eines Uhus erweitert. Es dient im Rahmen der Bildungsangebote für Schulklassen und andere Zielgruppen als anschauliche Ergänzung zur Einführung in die Wildnis des Nationalparks. Der Uhu ist, ebenso wie die Wildkatze, eine wichtige Leitart und brütet im Buchengroßschutzgebiet.
Erika Hofmann, Leiterin des NationalparkZentrums Kellerwald erzählte: „Ich freue mich, dass die Ausstellung des NationalparkZentrums mit diesen beiden Tierarten sowohl anschaulich als auch inhaltlich sinnvoll gut ergänzt wird. Viele Rückmeldungen durch Ausstellungsbesucher und Schulklassen haben ergeben, dass die bisher gezeigten Tierpräparate sehr beliebt sind. Nun können wir mit Wildkatze  und Uhu weitere wichtige Leitarten des einzigen hessischen Nationalparks präsentieren.“
 
Dr. Gitta Langer, 1. Vorsitzende des Fördervereins für den Nationalpark Kellerwald-Edersee e.V., erläutert: „Eines der Hauptziele des Fördervereins ist die Unterstützung des Nationalparks Kellerwald-Edersee. Menschen die Nationalparkphilosophie „Natur Natur sein lassen“ näher zu bringen und sie für den Nationalpark sowie seine Flora und Fauna zu begeistern, ist eine der Hauptaufgaben des Fördervereins. Unser Sponsoring ermöglicht Besuchern des NationalparkZentrums Kellerwald, seltene und schützenswerte Tierarten ganz aus der Nähe zu betrachten und sich abwechslungsreich über ihren Lebensraum, ihre Gefährdung und vielem mehr ausführlich zu informieren.“
Der Förderverein für den Nationalpark Kellerwald-Edersee e.V. übernahm die Gesamtkosten von rund 2.115 € für die zwei Tierpräparate sowie die Ausstellungsvitrine der Wildkatze. Die genannte Fördersumme enthält zwei projektbezogene Einzelspenden: der Nationalpark-Partner Camping- und Ferienpark Teichmann unterstützte das Wildkatzen-Präparat mit 300 €, Fördervereinsmitglied Klaus Köhler das Uhu-Präparat mit 100 €.
 
Das Foyer sowie die Erlebnisausstellung des NationalparkZentrums Kellerwald werden um zwei Tierpräparate, Uhu und Wildkatze, erweitert. Der Förderverein für den Nationalpark Kellerwald-Edersee e.V. übernahm die Kosten von rund 2.115 €.   Personen v.l.: Ute Kühlewind, Dr. Gitta Langer, Erika Hofmann (Leiterin des NationalparkZentrums Kellerwald), Ursula Müller ( Nationalpark-Partner Camping- und Ferienpark Teichmann), Jutta Seuring (Leiterin Sachgebiet Kommunikation, Bildung & Naturerleben im Nationalparkamt), Adalia Henkel (Fördervereinsmitglied), Gerd Henkel, Ralf Kubosch   Vorstand des Nationalpark-Fördervereins:  1. Vorsitzende = Dr. Gitta Langer, 2. Vorsitzende = Ute Kühlewind, Kassenwart = Gerd Henkel, Schriftführer = Ralf Kubosch , Beisitzerin = Jutta Seuring  Hintergrund: Uhu und Wildkatze sind nach Bundesnaturschutzgesetz besonders und streng geschützte Arten. Bildautor: Nationalpark Kellerwald-Edersee Abbildungsbeschreibung: Vostellung neuer Präparate, Personengruppe im VordergrundDas Foyer sowie die Erlebnisausstellung des NationalparkZentrums Kellerwald werden um zwei Tierpräparate, Uhu und Wildkatze, erweitert. Der Förderverein für den Nationalpark Kellerwald-Edersee e.V. übernahm die Kosten von rund 2.115 €. Personen v.l.: Ute Kühlewind, Dr. Gitta Langer, Erika Hofmann (Leiterin des NationalparkZentrums Kellerwald), Ursula Müller ( Nationalpark-Partner Camping- und Ferienpark Teichmann), Jutta Seuring (Leiterin Sachgebiet Kommunikation, Bildung & Naturerleben im Nationalparkamt), Adalia Henkel (Fördervereinsmitglied), Gerd Henkel, Ralf Kubosch Vorstand des Nationalpark-Fördervereins: 1. Vorsitzende = Dr. Gitta Langer, 2. Vorsitzende = Ute Kühlewind, Kassenwart = Gerd Henkel, Schriftführer = Ralf Kubosch , Beisitzerin = Jutta Seuring Hintergrund: Uhu und Wildkatze sind nach Bundesnaturschutzgesetz besonders und streng geschützte Arten. Bildautor: Nationalpark Kellerwald-Edersee
Uhu
Der Uhu (Bubo bubo L.) ist die größte lebende Eulenart. In Mitteleuropa lebt der Uhu als Standvogel in Landschaften mit einer reichen Auswahl unterschiedlicher Strukturen Bevorzugt werden Gebiete besiedelt, die einen Mix aus Wald, Offenland und menschlichen Siedlungen aufweisen und von Felshängen sowie Gewässern geprägt sind.
Er jagt bevorzugt in reich strukturierten Landschaften in offenem und halboffenem Gelände mit Baumbestand. Die Bäume dienen ihm als Sitzwarte und Tageseinstand. Größere zusammenhängende Waldgebiete meidet er jedoch. Weiterhin bevorzugt er Lebensräume in der Nähe von stehenden oder fließenden Gewässern, da diese ein erhöhtes Nahrungsangebot bieten.
Der Uhubrutplatz befindet sich meist erhöht in Nischen und Höhlen an Felswänden u.a. in Steinbrüchen, Felsabstürzen und Steilhängen. In felsfreien Gebieten nutzt der Uhu alte Baumhorste von anderen Greifvögeln wie Mäusebussard, Schwarz- oder Rotmilan oder brütet auf dem Boden unter dichtem Baumbestand oder im Wurzelwerk.
 
Der Uhu wurde bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts in Deutschland bejagt und bei der sog. Hüttenjagd als Lockvogel verwendet. Die Gesamtpopulation ging bis auf wenige Exemplare, 35 Brutpaare im Jahr 1935, zurück. Im selben Jahr wurde der Uhu unter Schutz gestellt, blieb aber aufgrund der früheren Verluste vom Aussterben bedroht. Nachzucht- und Auswilderungsprogramme begannen in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts.
In ganz Deutschland gibt es derzeit (2015) um die 2.000 Brutpaare;  in Hessen 240-250 Revierpaare; 15-20 Brutpaare im Landkreis Waldeck-Frankenberg.
 
Einige Fakten:
-    Größe: bis zu 75 cm
-    Flügelspannweite: bis zu 180 cm
-    Gewicht(Mitteleuropa): 2,5- 3,5kg (Weibchen schwerer als Männchen)
-    Lebenserwartung: 25 Jahre in freier Wildbahn; bis zu 60 Jahre in Gefangenschaft
-    Brutzeit: 35 Tage von März bis Mai; gefolgt von 30 Tagen Nestzeit
-    Anzahl Nachwuchs: zwei bis fünf Eier
 
Das Beutespektrum des Uhus reicht von Mäusen und Ratten über Igel, Wildkaninchen oder Feldhasen bis hin zu Vögeln (auch Bussarde), gelegentlich werden auch Fische oder Amphibien erbeutet.
 
Quellen:
•    Das Kosmos Wald- und Forstlexikon
•    Artgutachten für den Uhu (Bubo bubo) in Hessen PGNU 05/2013  unter http://vswffm.de/v/vsw/content/e3884/e4324/e4723/Artgutachten_Uhu_Endversion.pdf
•    Aktuelle Bestandsdaten: Martin Hormann, Staatliche Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland.
 
Wildkatze
Die Wildkatze (Felis silvestris Schreber) steht seit 1934 in Deutschland unter strengem Schutz. Sie ist eine scheue Waldbewohnerin, die große unzerschnittene Waldgebiete besiedelt. Dabei bevorzugt sie lichte Wälder und Waldlichtungen mit viel Grasbewuchs, da sie dort viele Mäuse – ihre Hauptnahrungsquelle – erbeuten kann. Wildkatzen verschmähen aber auch Insekten, Eidechsen, Fische und kleine Vögel nicht. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Lebensraumes sind Baumhöhlen, in denen die Jungen bevorzugt aufgezogen werden. Als Tagesversteck dienen der Wildkatze auch Felshöhlen, verlassene Fuchs- und Dachsbaue oder trockene, nicht einsehbare Bodenmulden oder Wurzelteller.
 
Einige Fakten:
-    Größe: wie eine Hauskatze
-    Gewicht: 4-5 kg
-    Lebenserwartung: sieben bis zehn Jahre
-    Tragezeit: 63 bis 69 Tage zwischen März und September, pro Wurf 2-4, maximal 6 Junge
Die Wildkatze ist eine der seltensten Säugetierarten Deutschlands. In den großen Waldgebieten des Kellerwaldes ist die Wildkatze vermutlich um 1950 verschwunden. Nach über 60 Jahren ist sie im Kellerwald wieder heimisch geworden: Im Nationalpark wurden im Rahmen des Wildkatzenmonitorings in den vergangenen Jahren 9 Individuen nachgewiesen. Das Wildkatzenmonitoring basiert auf einer Studie, die der Förderverein für den Nationalpark Kellerwald e.V. in Kooperation mit der Nationalparkverwaltung sowie dem BUND im Jahr 2006 initiierte sowie in den ersten Jahren die Finanzierung sicherstellte. Diese Forschungsstudie konnte den Stand des Wildkatzenvorkommens im Nationalpark und der näheren Umgebung klären sowie geeignete Zuwanderungswege in Erfahrung bringen. Im Jahr 2009 gelang der Nationalparkverwaltung der erste Fotonachweis einer Wildkatze (im Modul WildWechsel zu sehen).
 
 
Förderverein für den Nationalpark Kellerwald-Edersee e. V.
Kurzportrait
Der Förderverein für den Nationalpark Kellerwald-Edersee e. V. wurde 1992 zunächst als Verein „Pro Nationalpark e. V. gegründet. Das primäre Ziel des Vereins war die Errichtung eines Nationalparks in der Kellerwald-Region. Trotz vielfältigem Widerstand setzte man sich konsequent für die Umsetzung des Nationalparkkonzeptes und zum Schutz des weltweit einmaligen Naturerbes ein. Mit der Einrichtung des Nationalparks 2004 änderten sich die Aufgaben des Vereins vom „Fordern“ zum „Fördern“. Menschen innerhalb und außerhalb der Kellerwald-Region sollen so z. B. für die Idee des Nationalparks nach dem Motto  „Mitmachen im Reich der urigen Buchen“ gewonnen werden. Daher organisiert der Verein in diesem Sinne (neben u. a. der Unterstützung des Nationalparkamts, Naturschutz- und Forschungsvorhaben und der Akquise von Sponsorengeldern) für seine Mitglieder Exkursionen, Beteiligung an Arbeitseinsätzen sowie das alljährliches Wildbuffet.
Aufgaben und Ziele des Fördervereins
Das wichtigste Ziel des Nationalparks ist der dauerhafte Schutz des nationalen und globalen Naturerbes. Der Nationalpark als Herzstück des Naturparks Kellerwald-Edersee ist gleichzeitig ein wichtiger Motor für die touristische und wirtschaftliche Entwicklung der Region. Der Förderverein will auch hierzu seinen Beitrag leisten.
Der Förderverein unterstützt die Nationalparkverwaltung bei ihren vielfältigen Aufgaben im Bereich Naturschutz, Forschung, Umweltbildung sowie seiner öffentlichen Darstellung. Eine weitere Aufgabe ist die Zusammenarbeit mit Vereinen gleicher Zielsetzung und mit anderen Nationalparks.
Daher besteht eine wichtige Aufgabe des Fördervereins darin, den Nationalpark in Hessen und darüber hinaus bekannt zu machen und für seine Akzeptanz zu werben. Interessierte Menschen können ihre Ideen und Vorschläge in die Arbeit des Fördervereins einbringen. Ehrenamtliche Botschafter sollen in Zukunft den Nationalpark Kellerwald-Edersee in Hessen bekannt machen. Um seine Aufgaben zu erfüllen, wird der Verein folgende Möglichkeiten nutzen:
•    öffentliche Veranstaltungen, Ausstellungen und Vorträge,
•    Förderung von Bildungsangeboten besonders für Kinder und Jugendliche (z. B: Übernahme von Transportkosten im Rahmen des Grundschulprojekts oder der Fahrt von mitwirkenden Schülern bei einem Theaterstück zur Weltnaturerbefeier)
•    Durchführung von kulturellen Veranstaltungen, Umweltbildungsmaßnahmen und Führungen,
•    Herausgabe von Broschüren (z.B. Basis-Broschüre), Postern und Postkarten und anderen Werbematerialien (1. Wanderkarte) für den Nationalpark sowie Verkauf im Auftrag des Nationalparkamts,
•    Unterstützung praktischer Naturschutzarbeit, Einsatz freiwilliger Helfer,
•    Kontaktpflege zu anderen Organisationen des Naturschutzes, zu anderen Nationalparks, zur Politik, zu den Medien und anderen Organisationen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur,
•    Werben von Sponsoren, die den Nationalpark über den Förderverein unterstützen.
 
Nähere Informationen unter: www.foerderverein-nationalpark-kellerwald.de


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